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Ausbauziel der Kläranlage bald erreicht

Die wichtigsten Um- und Ausbauten bei der Kläranlage ARA Männedorf dürften Ende Juni 2013 abgeschlossen sein. Notwendig machte den Ausbau ein Entscheid des Amts für Abfall, Wasser, Energie und Luft AWEL, das der Gemeinde nach dem Einbau der 4. Reinigungsstufe im Jahr 2004 nur eine befristete Konzession zur Einleitung von gereinigtem Abwasser in den Zürichsee erteilte.

von Hans Ulrich Stocker

Vorausschauend hat die Infrastruktur Männedorf 2009 ein Vorprojekt zur Ertüchtigung der Reinigungsleistung der Abwasserreinigungsanlage Weihern in Auftrag gegeben, welche die Abwässer von Männedorf und einem Teil von Uetikon reinigt und in den Zürichsee einleitet. Zuvor mussten sämtliche Massnahmen zur Erweiterung der ARA aus Kostengründen zurückgestellt werden. Ziel des Projektes war es, die ARA für 18‘000 Einwohner aufzubauen, um dem starken Bevölkerungswachstum der Gemeinde Rechnung zu tragen. Die befristete Konzession des AWEL läuft 2015 aus - und die Reinigungsleistung der ARA stösst zunehmend an ihre Grenzen.

Wie funktioniert eine Kläranlage?
Der erste Teil der Reinigung besteht aus Einlaufbauwerk, Grobrechen (ca. 5 mm) Sandfang und Vorklärung. Beim Grobrechen werden die Feststoffe aus dem Wasser zurückgehalten, entwässert, ausgewaschen und über den Kehricht entsorgt. Die Bezeichnung „Sandfang“ erklärt seine Funktion: Der Hauptteil des Sandes, der sich in diesem Becken absetzt, stammt vom Strassenabrieb. Nicht zu unterschätzen ist auch der Katzensand, den immer noch viele Tierfreunde über die Toilette entsorgen.

In den zwei Vorklärbecken sinken Feststoffe, wie Fäkalien auf den Boden und werden mit Räumbalken in den Trichter geschoben, abgepumpt und als sogenannter Frischschlamm der Wiederverwertung zugeführt. In Fall von Männedorf übernimmt das die Schlammverwertungsanlage Pfannenstiel (ZSA). Auch die ZSA gehört zu unseren Anlagen; sie ist jedoch ein Zweckverband, dem sechs Gemeinden angeschlossen sind.

Bakterien als Helfer
Nach der mechanischen Reinigung wird das Wasser den zwei Biologiebecken zugeführt. In diesen Becken wandeln verschiedene Mikroorganismen organische Schadstoffe um. Für die Bakterien sind die Schadstoffe das Futter zum Leben, mit dem sie sich auch vermehren können. Das Überleben der Bakterien garantiert die stetige Sauerstoffzufuhr in den Becken. Als Nebenprodukte entstehen Stickstoff, Kohlendioxyd und Wasser. Dem Wasser werden zusätzlich Eisensalze zugeführt. Die darin enthaltenen Phosphate und Eisensalze verbinden sich zu unlöslichen Substanzen, die zusammen mit dem Schlamm der Bakterien auf den Grund der Nachklärbecken absinken und mit Pumpen wieder den Biologiebecken zugeführt werden. Überschüssiger Schlamm wird abgezogen und der Schlammverwertung zugeführt.

In der letzten Stufe fliesst das schon recht saubere Wasser über sechs Zweischicht-Sandfilter. Diese filtern die noch ungelösten Stoffe im Wasser der Nachklärung heraus. Das Wasser ist somit fertig gereinigt und so klar und sauber wie der Zürichsee.

Weitreichender Um- und Ausbau
Neben dem neuen Filter und diversen neuen Aggregaten, wie Belüftung, Steuerung und Leitsystemerweiterung lag das Hauptaugenmerk bei den Biologiebecken. Diese wurden und werden mit einem sogenannten „Wirbelbett“ ausgestattet. Sie bilden zusammen mit dem bestehenden Belebtschlammbecken eine sogenannte Hybridanlage. Beim Wirbelbett wird ein Trägermaterial dem Becken zugegeben. Hier können sich die Bakterien auf dem Trägermaterial (in unserem Fall sind dies Folien) festsetzen und wachsen. Die frei schwebenden Bakterien kümmern sich um den Kohlenstoffabbau, während die Bakterien auf den Folien vor allem das Ammonium umwandeln (nitrifizieren). Spezielle Einbauten in den Becken verhindern, dass die Folien aus den Biologiebecken in die Nachklärbecken ausgeschwemmt werden.

Fit für die Zukunft
Die Reinigungsleistung der Biologiebecken ist dank dieser Technik fit für die Gegenwart und die Zukunft. Die Gebläse für die Belüftung der Biologiebecken sind leiser und verbrauchen weniger elektrische Energie. Zusätzlich wird seit diesem Winter auch die Abwärme der Gebläse für die Gebäudeheizung mittels Wärmetauscher genutzt.

Das Becken Nr. 2 ist bereits in Betrieb und arbeitet zur vollsten Zufriedenheit. An dieser Stelle sei allen Beteiligten für das Gelingen dieses technisch anspruchsvollen Projektes gedankt.


 

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